tischler-news

Ausgabe 98

Der digitale Mitarbeiter

12.04.2021

dds Nr. 11/2020 S. 22

Um möglichst kompakt viele Bearbeitungsprozesse in einer Aufspannung erledigen zu können, hat sich das Nestingverfahren inzwischen auch im Handwerk etabliert. Je mehr dabei verschiedene Positionen und Aufträge miteinander kombiniert werden können, desto effizienter die Materialausbeute und die Handlingzeiten. Allerdings stellt das erheblich Anforderungen an die Kennzeichnung und Zuordnung der einzelnen Teile zu den jeweiligen Positionen. Bei Homag ist man deshalb auf die Idee gekommen, einen Sortierassistenten zu entwickeln. Gemeinsam mit der TH Rosenheim wurde ein Sortierregal entworfen mit entsprechenden Kennzeichnungen. Damit die Sortiererei leichter vonstattengeht, trägt der Mitarbeiter an der Maschine einen Scann-Handschuh. Mit dem kann er die QR-Codes auf den jeweiligen Platten scannen und sieht sofort in welches Fach das jeweilige Teil gehört. Wenn er vor Ort die Zuordnung anders entscheidet, kann er das mit zwei weiteren Scans dem System mitteilen.

Das Sortierregal ist mit einem Tablett ausgestattet, damit kann der Mitarbeiter immer den aktuellen Bearbeitungsstand des gesamten Auftrages nachvollziehen. Wenn alles für die Montage vorbereitet ist, meldet das System die Fertigstellung für die Mitarbeiter. Das Regal markiert die Sortierbereiche, damit der Mitarbeiter die richtigen Teile zusammenführt und weiß dann auch, wenn ein Korpusteil fertig montiert ist.

Der Sortierassistent ist Teil des gesamten digitalen Systems zum Austausch von Informationen über die aktuellen Aufträge und die jeweiligen Fertigungsstände. Dabei wird die Plattform Tapio von Homag eingesetzt. Diese ist vernetzt mit der CAD-Konstruktion, um von dort die Stücklisten zu importieren. Damit lässt sich der Prozessablauf des gesamten Auftrages vom Aufmaß bis zur Montage durchgängig digitalisieren und vernetzen.

(Quelle: dds Nr. 11/2020 S. 22)