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Ausgabe 98

Gebäude energieeffizienter machen – neues Förderkonzept des Bundes

15.02.2021

KfW-Förderbank, BAFA

Nach Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) hat die Bundesregierung einen darauf abgestimmten Förderbereich „Bundesförderung Energieeffizientes Gebäude (BEG)“ beschlossen. Dabei wird der Grundsatz eingeführt, dass alle kreditbezogenen Förderprogramme inkl. Tilgungszuschüssen bei der Förderbank KfW und alle direkten Investitionszuschüsse über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgewickelt werden. Bis Ende Juni gilt noch übergangsweise, dass das Zuschussprogramm 430 der KfW für energieeffiziente Wohngebäude noch bei der KfW angesiedelt ist, danach wird dieser Bereich ebenfalls von der BAFA übernommen.

  • KfW-Programm 153
    Das Programm gilt für den Neubau von Wohngebäuden. Hier gibt es neben dem Zinsgünstigen Darlehen Tilgungszuschüsse bis zu 25 Prozent bzw. max. 30.000 Euro pro Wohneinheit. Ab Juli 2021 ist ein besonderer Förderzuschlag vorgesehen für den Einsatz von besonders nachhaltigen Bauen geplant („NH-Paket).

  • KfW-Programm 151
    Das Programm ist für die Sanierung im Wohnungsbestand. Es ist ein kreditbezogenes Programm mit Tilgungszuschüssen bis zu 40 Prozent bzw. max. 48.000 Euro pro Wohneinheit. Das Programm beinhaltet auch die Förderung von Einzelmaßnahmen wie Sanierung der Außenwände, neue Fenster, Erneuerung der Heizungsanlage oder Einbau einer Lüftungsanlage, wenn diese bestimmten technischen Mindestanforderungen genügen.
    Ab Juli 2021 wird auch der Effizienzstandard 40 eingeführt, welcher einen Tilgungszuschuss von 45 Prozent ermöglicht. Ab dann wird es auch noch einen „EE-Paket“ Zuschlag geben, wenn mindestens 55 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien stammt.

  • KfW-Programm 430 (nur noch bis 30.6.2021)
    Das auslaufende Investitionszuschussprogramm gilt die Sanierung von bestehenden Wohnraum. Die möglichen Investitionszuschüsse entsprechen denen für das Kreditprogramm KfW 151.

  • KfW-Programm 276
    Das kreditbasierte Programm fördert den Neubau von energieeffizienten Nicht-Wohngebäuden. Der Kreditzins beginnt hier bei 1,03 Prozent je nach Bonität des Kreditnehmers. Einen Tilgungszuschuss gibt es nur bei Erreichen des KfW-Effizienzstandard 55 mit 5 Prozent der Kreditsumme bzw. maximal 50 Euro pro m².

  • KfW-Programm 277
    Für die Sanierung von Nichtwohngebäuden bietet das Programm 277 vergleichbare Kreditkonditionen wie das Programm 276 für den Neubau. Allerdings sind die Zuschussquoten für die Tilgung deutlich höher. Aktuell enden diese bei 27,5 Prozent der Kreditsumme bei KfW-Standard 70. Ab Juli wird auch hier der Effizienzstandard 55 und 40 eingeführt mit Zuschussquoten bis zu 45 Prozent.

  • BAFA – BEG – Einzelmaßnahmen für Wohngebäude
    Hier können Zuschüsse für Einzelmaßnahmen in der Gebäudesanierung beantragt werden wie Wärmedämmung Außenwand, Erneuerung Fenster und Außentüren etc., wenn diese bestimmte technische Mindeststandards einhalten. Die maximale Höhe der förderfähigen Kosten beträgt 60.000 Euro je Wohneinheit, welche zu 20 Prozent gefördert werden können.

  • BAFA – BEG – Einzelmaßnahmen für Nichtwohngebäude

Vergleichbares Verfahren wie bei Wohngebäuden. Hier beträgt allerdings die maximale Höhe der förderfähigen Kosten 1.000 Euro je Quadratmeter, welche ebenfalls zu 20 Prozent gefördert werden können.

Die KfW-Programme werden über die Hausbank beantragt, die Maßnahmen der BAFA über dessen Internetportal. Für alle Maßnahmen müssen zugelassene Energieexperten eine entsprechende Begutachtung abgeben.

(Quelle: KfW-Förderbank, BAFA)