tischler-news

Ausgabe 98

Gebäudesanierung mit vorgefertigten Bauteilen

10.04.2021

Süddeutsche 25.11.2020

„Energiesprong“ – so nennen die Niederländer ihr Konzept, mit möglichst vielen vorgefertigten Bauteilen im Schnellverfahren ganze Stadtteile zu sanieren. Dabei kommen ganze Vorwandschalen zum Einsatz, die einfach vor die bestehende Außenwand montiert werden. Das Dach wird ersetzt durch ein Blechdach mit aufgebauten PV- und Solaranlagen. Ziel dieser Sanierung ist es, dass die sanierten Gebäude nachher mehr Energie erzeugen als verbrauchen. In Hameln wird das aktuell auf deutscher Seite nachvollzogen. 22 deutsche Wohnungsunternehmen beteiligen sich an dem „Energiesprong“-Projekt und wollen 17 000 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern am „Fließband“ sanieren. Hameln soll dabei der Prototyp abgeben, wie das praktisch umzusetzen ist. Etwa ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen entfallen in Deutschland auf den Energieverbrauch beim Wohnen. Um das Klimaziel einer Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, müssten bis dahin müssten 15 Millionen Häuser saniert werden.

Die Fassadenteile in Hameln sind mit einer Lärchenholz-Verschalung versehen und beinhalten Recycling-Dämmwolle einschließlich Fenster, Lüftung und Wärmerückgewinnung. Zukünftig soll auch die gesamte Gebäudetechnik integriert werden. Damit lässt sich enorm Zeit einsparen, wenn denn die Teile und die verschiedenen Partner auf der Baustelle gut zusammenarbeiten. In Hameln wurde die Fassaden der beteiligten drei Häuser innerhalb von 10 Tagen montiert. Damit kann man vermeiden, dass Mieter groß umgesiedelt werden müssen für die Zeit der Sanierung. Noch zeigt die Erfahrung in Hameln aber, dass die Kosten deutlich höher liegen als bei einer herkömmlichen Sanierung – aber jetzt gilt es ja erst aus dem Prototyp in die Serie zu kommen, da sind noch wesentliche Kosteneinsparungen möglich.

(Quelle: Süddeutsche 25.11.2020)