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Ausgabe 97

BDF kritisiert Niedrigstenergie-Standard im neuen GEG

16.11.2020

Holz-Zentralblatt Online 21.8.2020

Nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 13. August ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) am 1. November in Kraft getreten. Am gleichen Tag wurden ohne Übergangsfristen das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) außer Kraft gesetzt. Mit dem GEG werden die europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden umgesetzt und die Regelung von Niedrigstenergiegebäuden im Energieeinsparrecht integriert. Die aktuellen energetischen Anforderungen für den Neubau und den Gebäudebestand ändern sich damit nicht. Dies kritisiert der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF): Der Gebäudestandard, der seit Januar 2016 ohnehin bestehe, werde kurzerhand zum Niedrigstenergiestandard erklärt. Der Verband fordert für alle Gebäude eine dem derzeit gültigen KfW-Effizienzhaus-55-Standard entsprechende Verschärfung – sowohl für die Gebäudehülle, als auch für den Primärenergiebedarf. Auch müssten die Graue Energie, die bei der Herstellung der Bauprodukte verbraucht wird, und die ihr zurechenbaren CO2-Emissionen künftig berücksichtigt werden. Das GEG soll spätestens alle fünf Jahre daraufhin evaluiert werden, ob und inwieweit die beabsichtigten Wirkungen auf den Einsatz erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz bei Gebäuden erreicht worden sind.

(Quelle: Holz-Zentralblatt Online 21.8.2020)