tischler-news

Ausgabe 97

Corona und die Klimaziele

16.11.2020

UmweltBriefe Nr. 4 S. 3

Aufgrund der erheblichen wirtschaftlichen Einschränkungen sieht es ganz danach aus, als ob Deutschland doch noch seine Klimaziele Ende des Jahres erreichen wird, den CO2-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber dem Ausgangsjahr 1990 zu senken. Das zeigt die Analyse der Berliner Denkfabrik Agora. Auch ohne die Corona-Krise würden die Treibhausgasemissionen aufgrund des milden Winters mit starken Stürmen, hoher Windstromproduktion und niedrigen Gaspreisen im Jahr 2020 sinken. Diese Einflüsse werden mit 20
Mio. t CO2 bewertet und würden einem Rückgang der Emissionen gegenüber 1990 um 37 Prozent entsprechen.

Durch die Corona-Krise kommen nun voraussichtlich 30 bis 100 Mio. t CO2-Minderung hinzu, d.h. die CO2-Emissionen werden wenigstens um 50 Mio. t gegenüber 2019 zurückgehen, je nach wirtschaftlicher Entwicklung auch bis zu 120 Mio. Tonnen. Dies entspräche einer Gesamtminderung gegenüber 1990 um bis zu 45 Prozent. Dies ist allerdings nur der Rezession geschuldet und nicht der technischen Entwicklung, so dass mit einem deutlichen Anstieg an CO2 im nächsten Jahr wieder zu rechnen ist und die Investitionen sich wahrscheinlich auf nicht-energierelevante Sektoren fokussieren. Von daher fordert Agora die Bundesregierung dazu auf, die „grüne“ Wachstumsstrategie durch ein Wachstums- und Investitionsprogramm zu unterstützen, um die bundesdeutsche Industrie zukunftsfähig zu machen.

(Quelle: UmweltBriefe Nr. 4 S. 3)