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Ausgabe 97

Neue DGUV 209-049 zu Gefahrstoffen im Tischler- und Schreinerhandwerk in Arbeit

07.12.2020

Speziell für das Tischler- und Schreinerhandwerk hat die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) bereits vor mehr als 10 Jahren eine Schrift zum Umgang mit für die Branche relevanten Gefahrstoffen herausgebracht. Aktuell arbeitet ein Arbeitskreis unter Mitwirkung des TSD-Bundesverbands an einer entsprechenden Aktualisierung. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle ist es Aufgabe des Herstellers – sprich der Hersteller und Händler im Tischlerhandwerk – die Betriebe über Gefahrstoffe in den von ihnen vertriebenen Produkte angemessen zu informieren. Das klappt zugegebenermaßen mal besser, mal schlechter und ist in aller Regel mit erheblichen Papier- und Dokumentationsaufwand für die Verarbeiter verbunden. Zudem gibt es aber auch Gefahrstoffe, welche erst im Verarbeitungsprozess im Betrieb selbst entstehen – in erster Linie der Holzstaub. Die Vorgaben der Gefahrstoffverordnung fordern, dass jeder Betrieb ein sogenanntes Gefahrstoffverzeichnis erstellt mit allen verarbeiteten Gefahrstoffen im Betrieb und dies wenigstens einmal pro Jahr auch aktualisiert. Auf eine Auflistung im Gefahrstoffverzeichnis kann verzichtet werden, wenn nach TRGS 400 der Gefahrstoff nur eine „geringe“ Gefährdung aufweist. Es wäre wünschenswert, wenn dies mit Beispielen aus dem Tischler- und Schreinerhandwerk konkretisiert werden könnte.

Daneben fordert die BGHM, dass auch Holzstaub in das Gefahrstoffverzeichnis aufgenommen wird – obwohl hier weder ein Sicherheitsdatenblatt noch eine „verarbeitete Menge“ sinnvoll abgeschätzt werden kann. Aus formalen Gründen gehöre es nach Ansicht der BGHM dort hinein, obwohl das Thema Holzstaub eigentlich durch die TRGS 553 Holzstaub bereits abschließend behandelt wird.

Das aus SIAM heraus entwickelte Konzept für die Prüfung von Ersatzstoffen für „gefährliche Stoffe“ ist als Vorschlag in die Aktualisierung eingebracht worden. Es wäre eine praktikable Vorgehensweise, wie man diesen gesetzlichen Vorgaben mit überschaubaren Aufwand gerecht werden kann.

Das Thema Hautschutz hat in den letzten Jahren in der Branche eine deutlich gestiegene Bedeutung erhalten. Dazu gehört eine angemessene Reinigung und Pflege wie auch der Einsatz geeigneter Handschuhe. Auch hierzu wird eine tabellarische Übersicht in die DGUV-Schrift Eingang finden, damit Anwender sich in der Handhabung besser zurechtfinden und geeignete Handschuhe ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen können.

Ein abschließendes Kapitel der DGUV-Schrift verweist auf die Notwendigkeit der arbeitsmedizinischen Betreuung. Diese sollte entsprechend den tatsächlichen Gefährdungen im Betrieb erfolgen. In den meisten Fällen hat das etwas mit Gefahrstoffen zu tun. Deshalb ist es ein Anliegen von TSD, dass hier klare Regeln für das Gewerk veröffentlicht werden, wie eine entsprechende Untersuchungspflicht für die Mitarbeiter anzuwenden ist.

Im Herbst soll der überarbeitete Entwurf zur Diskussion veröffentlicht werden, damit er möglichst im Frühjahr 2021 veröffentlicht werden kann.