tischler-news

Ausgabe 95

Wende für den Solarstrom

05.10.2020

Umweltbriefe Nr. 3/2020 S. 17

Nach einigen Rückschlägen scheint sich der Zubau an Photovoltaik-Anlagen im vergangenen Jahr doch wieder erholt zu haben. Insgesamt wurden 3,94 GW zugebaut. Großen Anteil daran habe die Dachanlagen bis 750 kW Leistung, deutlich geringer fallen die entsprechenden Freiflächenanlagen ins Gewicht. Anlagen im Mieterstrommodell können hingegen vernachlässigt werden. Mit diesem Zubau von ca. 4 GW fällt die Vergütung mittlerweile selbst im Hausdachsegment unter 10 ct/kWh, bei sonstigen Anlagen bis 100 kW liegt sie inzwischen bei 6,7 ct/kWh. Insgesamt sind mit dem Zubau aus 2019 in Deutschland recht genau 50 GW an Photovoltaikanlagen installiert. Damit ist der vor einigen Jahren festgelegte Förderdeckel von 52 GW in Reichweite geraten. Noch melden die Installationsbetriebe volle Auftragsbücher bis ins Frühjahr hinein. Die Bundesregierung hat Ende Februar angekündigt, diesen Deckel „schnellstmöglich“ aufzuheben. Sie hat aber das Thema so eng mit dem Kohleausstiegsgesetz verquickt, dass sich seit Ende letzten Jahres da nicht mehr bewegt. Den höchsten Zubau an PV-Anlagen hatte im letzten Jahr allerdings Spanien mit 4,6 GW. In dieser Größenordnung erwarten auch für Deutschland die Institute in 2020 einen weiteren Zubau, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und der Förderdeckel baldmöglichst fällt.

(Quelle: Umweltbriefe Nr. 3/2020 S. 17)