tischler-news

Ausgabe 95

Klimawandel kommt im Fensterbau an

05.10.2020

bm 5/20 S. 78

Vor gut 15 Jahren tauchten von Süden Deutschland kommend erstmal gelbe Flecken auf den weißen Kunststofffenstern auf. Damals fand man heraus, dass diese Fleckenbildung durch eine fehlerhafte Verwendung von lösemittelhaltigen Reinigern in der PVC-Oberfläche herrührt. Diese enthalten häufig säure- oder ammoniakhaltige Bestandteile und führen in Verbindung mit UV-Licht zu einer Zerstörung und Farbveränderung der Profiloberflächen. Damit verschlechterte sich deutlich die Thermostabilität der Fenster. Seit Sommer 2018 scheint sich dieses Phänomen noch zu verstärken. Laut den Aussagen des Deutschen Wetterdienstes lagen im Juli 2018 und 2019 die Globalstrahlungswerte für Deutschland bei einem Wert von 235 W/m²h und damit um fast doppelt so hoch wie der langjährige Durchschnittswert. Dies entspricht einer UV-Belastung durch Sonneneinstrahlung der von Spanien. In Verbindung mit erhöhten Temperaturen mit zeitweilig über 40 °C führt dies bei den Profilen zu einer starken rötlich schwarzen Veränderung der obersten Schicht – die Fenster bekommen einen Sonnenbrand. Dies wird noch durch die Spiegelung von aluminiumfarbenen Fensterbänken deutlich verstärkt. Bislang bleibt dieses Schadensbild noch südlich des Weißwurstäquators beschränkt. Das Problem wird vor allem durch der Überdosierung von Haushaltsreinigern verursacht. Die Farbveränderungen können deshalb nur durch Abschleifen der Profiloberfläche und erneutes versiegeln beseitigt werden. Dann sehen die Rahmen wieder weiß aus wie vorher. Es ist deshalb wichtig, die Kunden vor den falschen Gebrauch von Reinigern zu warnen. Die Profile sollte nur durch Mittel erfolgen, die frei von Geschmacksstoffen, Terpenen, Ammoniak oder Benzylalkohol sind.

(Quelle: bm 5/20 S. 78)