tischler-news

Ausgabe 95

DGUV 209-045 Absauganlagen und Silos

05.10.2020

Die BGHM hat Mitte des Jahres einen Entwurf veröffentlicht, um die DGUV 209-045 (vormals BGI 739-2) zu aktualisieren. Ursprünglich war angedacht, dass dazu nur ein sehr kurzes Zeitfenster für betroffenen Verbände eingeräumt werden sollte, darauf zu reagieren. Angesichts der großen Bedeutung für das Tischlerwerk hat man von Seiten TSD jetzt erstmal eine Verlängerung erwirkt, damit angemessen auf die geplanten Veränderungen reagiert werden kann. Hintergrund ist die Vorgabe der Betriebssicherheitsverordnung, dass für alle explosionsgefährdenden Bereiche im Betrieb ein Ex-Schutz-Konzeptkonzept zu entwickeln und entsprechend zu dokumentieren ist. Dabei geht es auch um regelmäßige Überwachungs- und Prüfpflichten.

Die BGHM veröffentlicht darin Auswertung von Schadensfällen im holzverarbeitenden Handwerk von ca. 10 Schadensfällen pro Jahr. Bei Anlagen bis ca. 100 m² Filterfläche ergibt sich zu dem in der Praxis keine Explosion, sondern nur ein Brandfall. Insofern wäre es eigentlich angemessen entsprechende Absauganlagen aus der Explosionsüberwachung herauszunehmen. Bei Silobränden kommt es zwar in 25 % auch zu Explosionen, aber in der Praxis ohne Personenschäden – diese entstehen dann in aller Regel erst beim Löschen.

Daneben plädiert die BGHM, die alten Sackanlagen von vor 1993 endgültig aus den Betrieben zu verbannen und durch geprüfte Entstauber zu ersetzen. Auch Silos, die direkt eingeblasen werden, sollen aufwändig nachgerüstet werden, damit diese den Stand der Technik entsprechen. Selbst bei Entstaubern nach Baujahr 2000 fordert die Schrift Nachbesserungen im Hinblick auf automatisierte Zündschutzsysteme, was dem Bestandschutz und der geringen Brandhäufigkeit nicht gerecht wird.

Da bereits ab Staubschichten ab 1 mm mit einer deutlich erhöhten Brandgefahr gerechnet werden muss, fordert das BGHM-Konzept einen Reinigungsplan, bei dem alle Stäube auf Fördereinrichtungen und Ventilatoren regelmäßig abgesaugt werden müssen. Der Entwurf weist verschiedene Musterbetriebsbeschreibungen für das geforderte Explosionsschutzdokument auf und macht Vorschläge für einen regelmäßigen Reinigungsplan. So kommt das Dokument auf immerhin 204 Seiten. Es gibt also noch Diskussionsbedarf.