tischler-news

Ausgabe 95

ISO 38200 Lieferketten Holz

27.07.2020

Im Juni 2019 wurde der Standard DIN ISO 38200 „Lieferkette von Holz und Holz basierten Produkten“ vom DIN herausgegeben. Die Norm behandelt die Lieferkette zur Bereitstellung von Holz und Holzprodukten und schließt auch Produkte wie Bambus und Kork mit ein. Das Ziel dieser Norm ist es, die Rückverfolgbarkeit von Holz, Holzprodukten und lignifizierten Materialien von der Quelle bis zum endgültige Produkt über die gesamte Lieferkette hinweg weltweit zu harmonisieren. Die Initiative zu dieser Norm ging maßgeblich von Brasilien und der deutschen holzverarbeitenden Industrie aus. In die Erstellung dieser Norm waren das Umweltbundesamt wie auch FSC und PEFC eingebunden.
Die Norm gilt ausdrücklich nicht für die Zertifizierung der Waldbewirtschaftung. Sie will ergänzend zu den etablierten Zertifizierungssystemen von PEFC und FSC einen neuen Ansatz zur Verfügung stellen, die eine flexiblere Definition der Eingangsmaterialien erlaubt. Die Materialien können aus dem Wald, aber auch aus mechanischen, chemischen oder thermischen Verfahren gewonnen werden. Die Initiative zu der neuen Norm kam maßgeblich von den holzverarbeitenden Unternehmen, welche die ständige Konkurrenz von FSC und PEFC mit immer neuen Anforderungen und Dokumentationen ohne gegenseitiger Anerkennung nicht mehr akzeptieren wollten. Obwohl der FSC aktiv an der Erstellung der Norm mitarbeitete, hat er im Gegensatz zum PEFC die Übernahme des ISO-Standards abgelehnt. Die ISO will den bürokratischen Dokumentationsaufwand deutlich reduzieren und ohne in komplettes Management-System auskommen und arbeitet eher mit Managementregeln bezüglich der Verantwortlichkeiten und Ablaufprozesse.
Art, Umfang und Größe des jeweiligen Chain-of-Custody-Systems kann der Betrieb selbst festlegen. Dabei werden die Anforderungen an den Legalitätsnachweis entsprechend der Europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR) sichergestellt. Im Zentrum steht die Sicherstellung der relevanten Informationen über die gesamte Lieferkette, deren Umfang und Detaillierung den individuellen Anforderungen angepasst werden können zum Nachweis spezifischer Produkteigenschaften (z. B. Mondholz). Als einer der ersten Unternehmen hat sich EGGER nach ISO 38200 zertifizieren lassen und setzt dabei vor allem auf die Produktaussage „Regionaler Holzeinkauf“.