tischler-news

Ausgabe 95

Keine Zunahme der Feinstaubbelastung

01.06.2020

Holz-Zentralblatt Nr. 13 S. 265

Bundesweit ist in den letzten 10 Jahren keine Zunahme der Gesamt-Feinstaubemissionen aus Holzfeuerungen zu beobachten erklärte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke. Nach den Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks sind derzeit 900 000 Festbrennstoffkessel und 11 Mio. Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kaminöfen, Ka¬chelöfen u. ä. in Deutschland installiert.
Trotz dieser stetigen Zunahme kam es zu keinem Anstieg der daraus sich ergebenden Feinstaubbelastung. Damit sieht die Bundesregierung, dass die 2010 novellierte 1. Bun-desimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) erfolgreich umgesetzt wurde. Gleichwohl ergeben sich vor allem bei herkömmlichen Scheitholzkesseln wesentliche höhere Feinstau-bemissionen gegenüber Öl- oder Gaskesseln. Die Bundesregierung sieht deshalb weiterhin ein erhebliches Risikopotential durch Feinstäube für die Gesundheit der Bevölkerung. Ak¬tuell laufen mehrere Projekte vom Umweltbundesamt zur Ausbreitung von Staubpartikeln sowie Dioxinverbindungen aus Holzfeuerungen, um eine Quantifizierung des Anteils der Holzfeuerung an der Luftschadstoffbelastung vornehmen zu können.
Scheitholz, Pellets und Hackschnitzel machen etwa 90 % der privat genutzten Holzbrenn¬stoffe in Deutschland aus. Für Scheitholz wird ein jährlicher Verbrauch von knapp 10 Mio. Tonnen aus dem Wald und 1 Mio. Tonne aus den Gräten. Hinzu kommen etwa 0,27 Mio. Tonnen Holzhackschnitzel, die im privaten Gebrauch nicht so verbreitet sind. Bei Pellets ist der Verbrauch von 0,9 Mio. Tonnen in 2009 auf nunmehr 2,15 Mio. Tonnen in 2018 ange-stiegen. Durch das aufgestockte Förderprogramm der BAFA will die Bundesregierung vor allem technisch gut ausgestattete Holzfeuerungen verstärkt fördern – allerdings bislang nur für den Einsatz von Massivhölzern als Brennstoff.

(Quelle: Holz-Zentralblatt Nr. 13 S. 265)