tischler-news

Ausgabe 95

Dem Wald geht es schlechter

29.06.2020

Holz-Zentralblatt Nr. 16 S. 308

Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2019 wurden nun vom Bundeslandwirtschafts¬ministerium veröffentlicht. Noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 war danach der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung so gering wie 2019. Der Anteil mit deutli¬chen Kronenverlichtungen war mit 36 % sehr hoch. Gerade die Erhebungen in 2018 und 2019 haben gezeigt, dass der Klimawandel endgültig im deutschen Wald angekommen ist. Die anhaltende Dürre hat verbreitet zum vorzeitigen Abfallen der Blätter geführt. Bei der Fichte begünstigt sie die weitere massive Verbreitung des Borkenkäfers und führt zum Ab¬sterben der Bäume. Die Mortalitätsrate über alle Baumarten ist in den letzten Jahren deut¬lich gestiegen, 180 000 ha Wald sind bereits abgestorben.
Auch die Laubbäume gehen langsam in die Knie. Deren mittlere Kronenverlichtung nimmt seit Jahren, vor allem bei den Eichen. Auch bei den Buchen zeigte sich in den letzten beiden Jahren ein sprunghafter Anstieg. Insgesamt sind nur noch 28 % der Bäume ohne Kronen-verlichtung. Am deutlichsten zeigen die Fichten Reaktionen auf den Wassermangel im Bo¬den. Aber auch die Buche, die bisher weniger auffällig war, ist von Hitze- und Trockenstress gezeichnet. Die Wissenschaftler rechnen leider auch in diesem Jahr mit keiner Besserung. Erschreckend kommt hinzu, dass die Populationen der Schadinsekten durch den milden Winter 2019/20 auf hohem Niveau bleiben. Hier müsste der Klimaschutz deutlich verstärkt werden, in dem die Stickstoffeinträge aus Landwirtschaft und Industrie deutlich verringert werden.

(Quelle: Holz-Zentralblatt Nr. 16 S. 308)