tischler-news

Ausgabe 94

Brauchen wir zukünftig noch so viele Müllverbrennungen?

16.03.2020

Umweltbriefe Nr. 10/19 S. 14

Nach Einschätzung des Öko-Instituts könnte die derzeit verbrannte Menge an Siedlungsabfällen allein durch den Vollzug bestehender Gesetze um 5 Millionen Tonnen reduziert werden, wenn die getrennte Sammlung von Bioabfällen konsequenter umgesetzt würde. Immer noch seien bis zu 40 Prozent des Restmülls Bioabfälle. Daneben sieht das Öko-Institut vor allem noch Handlungsbedarf bei der Umsetzung der Recyclingquoten von Gewerbeabfällen und Verpackungsabfällen. Die Studie nennt hier die flächendeckende Einführung der Wertstofftonne, verursachergerechte Gebühren und ein besseres Abfallmanagement in Großwohnanlagen als Beispiele zur Optimierung. Hinzu kommt noch, dass Deutschland jedes Jahre 4 Millionen Tonnen Abfälle aus dem Ausland importiert, um sie hier zu verbrennen. Bei 49 der 66 in Deutschland bestehenden Verbrennungsanlagen besteht in den nächsten 10 Jahren erheblicher Modernisierungsbedarf. Dies sollte nach Ansicht des Öko-Instituts dazu genutzt werden, den tatsächlichen Bedarf zu überprüfen und nicht darauf zu setzen, dass Deutschland für Europa zum Müllverbrenner sich entwickelt.

(Quelle: Umweltbriefe  Nr. 10/19 S. 14)