tischler-news

Ausgabe 93

EN 17214 zur visuellen Beurteilung von Möbeloberflächen

23.12.2019

Nach einiger Vorarbeit wurde nun die EN 17214 „Visuelle Beurteilung von Möbeloberflächen“ veröffentlicht. Sie gliedert sich in die Bereiche:

  • Allgemeine Bedingungen
  • Visuelle Beurteilung bei der Anlieferung von Möbeloberflächen in der Industrie
  • Visuelle Beurteilung von Hochglanzoberflächen
  • Visuelle Beurteilung von Möbeloberflächen im eingebauten Zustand beim Kunden

Die Allgemeinen Bedingungen für die Beurteilung entsprechen im Hinblick auf Abständen und Beleuchtung weitestgehend den Grundlagen, die auch im Tischler-Schreiner-Handwerk abgestimmt worden sind. Die EN-Norm empfiehlt darüber hinaus eine spezielle Reinigungsflüssigkeit, mit der die Möbel vor der Beurteilung behandelt werden, um allgemeine Schmutzreste zu eliminieren. Ansonsten finden sich dort weitestgehend die Vorbedingungen, die auch im AMK-Merkblatt 009 „Beurteilung von Küchenmöbeloberflächen“ hinterlegt sind.

Die Beurteilung von Möbeloberflächen in der Industrie bewerten die Güte der Oberflächen immer im Vergleich mit vereinbarten Referenzproben. Um die Größe von Verfärbungen, Vertiefungen und Erhebungen zu beurteilen wird der Einsatz einer speziellen Bewertungsschablone empfohlen.

Für Hochglanzoberflächen beschreibt die neue Norm ein Beurteilungsverfahren mit Hilfe einer speziellen Lichtbox. Diese projiziert ein quadratisches Muster auf die Möbeloberfläche. Anhand der Abbildungsqualität kann die Oberfläche in 5 verschiedene Stufen eingeteilt werden von % = perfekte Abbildung bis 1 = signifikante Veränderungen mit starkem Orangenhauteffekt.

Für die Beurteilung der vor Ort eingebauten Möbeloberflächen erfolgt die Sichtprüfung auf störende Merkmale in der typischen Gebrauchslage und in einem Detailabstand, der der üblichen Nutzung des jeweiligen Möbels entspricht. Der Gesamteindruck wird in einem Abstand von 2 – 3 m getroffen entsprechend dem vor Ort zur Verfügung stehenden Platz. Auch hier will die Norm eine Einteilung in Beurteilungsklassen von 5 bis 1 (s. o.). Die Bewertungsklassen beziehen die Sichtbarkeit von Störungen im Detail- und Gesamteindruck mit ein. Allerdings erscheint es unrealistisch, dass Kunden eine Abweichung von vom besten Wert 5 akzeptieren werden. Als Referenz wird entweder auf Musterproben oder Produktbeschreibungen des Herstellers hingewiesen. Insofern kann das Richtlinie zur visuellen Beurteilung Teil 2 – Möbel und Innenausbau im Tischler- und Schreinerhandwerk hier entsprechend der Norm angewendet werden.

Im Anhang A befinden als informative Übersicht Fehlertypen und deren Beschreibung als Empfehlung diese in der jeweiligen Beurteilung zu verwenden. Diese entsprechen ebenfalls der Übersicht im Anhang C der Richtlinie von TSD.