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Ausgabe 93

ECHA stuft Acetaldehyd als „1B Carcinogen“ ein

20.01.2020

HDH – 16.7.2019

Die Europäische Chemikalien-Agentur (European Chemicals Agency ECHA) hat mit Wirkung zum 1. Mai 2020 die Stoffverbindung Acetaldehyd als „1 B Carcinogen“ eingestuft. Damit stellt die ECHA Acetaldehyd mit Blick auf die Karzinogenität auf die gleiche Stufe wie Formaldehyd. Das ist durchaus bedeutsam für die Holzverarbeitung, denn Acetaldehyd gehört zu den sogenannten holzbasierten Emittenten, d.h. Holz als Naturstoff emittiert von Natur aus Acetaldehyd. Nadelhölzer geben dabei deutlich mehr Acetaldyhd ab als Laubhölzer, das höchste Emissionspotential hat dabei Kiefer. Wenn das Holz zu Plattenwerkstoffen verarbeitet wird, geben diese tendenziell mehr Acetaldehyd ab als Naturholz, denn die Prozesswärme während der Herstellung befördert die Bildung von Acetaldehyd. Je größer die Holzpartikel, desto größer ist die Abgabe, deshalb dürfte davon vor allem OSB-Platten betroffen sein.

Aus Acetaldehyd kann sich Essigsäure bilden, welche ebenfalls als gesundheitsschädlich eingestuft wird. Bislang gilt für den Verbraucherschutz der Grenzwert von 1.200 µg/m³ (LCI-Wert) gegenüber 100 µ/m³ für Formaldehyd. Es ist vor allem für die Herstellung der Holzwerkstoff mit deutlichen Verschärfungen zu rechnen. Auch dürfte der bisherige Grenzwert ebenfalls deutlich abgesenkt werden. Der HDH hat dazu einen Arbeitskreis gebildet, um die gerade bei der Herstellung und Verarbeitung von Holzwerkstoffen relevanten Prozessschritte zu analysieren und Handlungsempfehlungen zur Verminderung der Emission von Acetaldehyd zu entwickeln.

(Quelle: HDH – 16.7.2019)