tischler-news

Ausgabe 92

Eischalen zu Elektrokondensatoren

29.07.2019

Umweltbriefe 7/2019 S. 3

Kondensatoren dienen als Kurzzeitspeicher, um z. B. bei Bremsvorgängen diese Energie zwischenzupuffern. Sie werden in kleinen Elektrobauteilen bis zu Energiespeichern in Bussen eingesetzt. Bisher verwenden die Hersteller dafür Graphit, der aus Kohlenstoffschichten besteht, die nur eine Atomlage dick sind. Diese sind sehr gut leitend und haben eine sehr große Oberfläche, an die sich die Lithium-Ionen des Akkus anlagern können. Als nachwachsende Alternative haben Forscher des Helmholtz-Instituts in Ulm jetzt Schalen von Hühnereiern entdeckt. Die als Bioabfall in großen Mengen zur Verfügung stehen. Die Forscher zerkleinerten die aus Kalziumcarbonat und einer Faser-Membran aus Proteinen aufgebauten Schalen und verkohlten sie bei Hitze. Dabei entsteht ein Kohlenstoff mit einer Mikrostruktur, die einem zusammengestürzten Kartenhaus ähnelt mit Graphitähnlichen Eigenschaften. Diese verkohlten Eierschalen eigenen sich daher sehr gut als nachhaltige Elektroden für Lithium-Ionen-Kondensatoren, die ohne Probleme mehr als tausend Zyklen aus Laden und Entladen durchhalten. Die ersten Experimente sind bei den Forschern so gut ausgefallen, dass sie hoffen, in 5 – 10 Jahren diese marktfähig zu entwickeln.

(Quelle: Umweltbriefe 7/2019 S. 3)