tischler-news

Ausgabe 92

Photovoltaik weiter im Kommen

29.07.2019

Umweltbriefe Nr. 06/19 S. 19

Zur jährlichen Fachmesse der Solarwirtschaft in München wurde die gute Stimmung in der Branche deutlich. Der Markt wächst zweistellig und die Kosten gehen weiter runter. Für das laufende Jahr rechnet die Branche mit ca. 4 GW an neuen Ausbauflächen verbunden mit Investitionen in Höhe von ca. drei Mrd. Euro. Es ist damit absehbar, dass ab kommenden Jahr die Solarenergie 10 Prozent zum deutschen Bruttostromverbrauch beitragen wird – aktuell ist der Wert bei 8 Prozent. Die Erzeugungskosten für Solarstrom sanken im letzten Jahr um 14 Prozent gegen dem Vorjahr. Mit 5 Ct/KWh ist Solarstrom aus Freiflächenanlagen bereits günstiger als Storm aus fossilen Rohstoffen wie Gas oder Kohle. Die durchschnittlichen Kosten aller PV-Anlagentypen sei auf unter 10 Ct/kWh gefallen.

Auch Batteriespeicher wurden deutlichen deutlich günstiger und sind in den letzten 5 Jahren um 60 Prozent gefallen. Mehr als 50 Prozent der neu installierten PV-Anlagen mit einer Leistung bis 30 kW – also überwiegend der Einsatz im Privatbereich – werden inzwischen inklusive Batteriespeicher verbaut.

Auch auf Europa bezogen legt der PV-Zubau mit 11,2 GW in 2018 deutlich zu mit einem Plus von 21 Prozent. Nun erwartet die Branche für das laufende Jahr sogar eine erneute Steigerung um mehr als 80 Prozent mit einem Zubau auf 20,4 GW neuer PV-Anlagen. Die Schwerpunkte des Zubaus liegen in Spanien, Frankreich, Niederlande, Deutschland und erstmals auch Ukraine. Im kommenden Jahr wird sogar mit zusätzlichen 24,1 GW gerechnet. Bis 2030 soll EU-weit der Anteil der Erneuerbaren am Strommix mindestens 32 Prozent betragen. Wichtiger Treiber sind die umfangreichen Ausschreibungen von Neuanlagen sowie mehrjährige Stromabnahmeverträge zur Refinanzierung der Solarparks. Der „Hotspot“ der Solaranlagen ist Spanien. Dort kommt man inzwischen auf Gestehungskosten von 3 ct/kWh. Die Solarbranche fordert angesichts der günstigen Rahmenbedingungen deshalb von der Bundesregierung den Ausbaudeckel von 52 GW für Photovoltaikanlagen zu streichen, da dieser schon in 2020 erreicht werden wird. Um die Klimaziele für Deutschland zu erreichen, müsste der Ausbau von PV-Anlagen im Gegenteil mit 10 GW/Jahr weiter vorangetrieben werden.

(Quelle: Umweltbriefe  Nr. 06/19 S. 19)