tischler-news

Ausgabe 92

Photovoltaik nach 20 Jahren - wenn die VergŁtung endet

09.09.2019

Umweltbriefe S. 15

Seit dem Jahr 2000 gibt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz, welche den Anlagen Mindestvergütung für den eingespeisten Strom über einen Zeitraum von 20 Jahren sichert. Die erste Anlagengeneration geht nun in 2021 „in Rente“ und läuft aus der Vergütungsphase aus. Bei Photovoltaikanlagen wird die Anlage solange es technische möglich ist, einfach Strom für den Eigenverbrauch zur Verfügung stellen und somit den Energieverbrauch durch gekauften Strom reduzieren. Die Anlagen verursachen im laufenden Betrieb keine zusätzlichen Kosten, solange die Wechselrichter mitspielen. Zudem kann der Betreiber einer Photovoltaikanlage sich überlegen, ob den Überschussstrom nicht ein einen eigenen Stromspeicher puffert, um insgesamt die Eigennutzung zu verbessern. Alternativ besteht natürlich auch die Möglickeit, den Überschussstrom direkt am Strommarkt zu verkaufen. Es wird Stromabnehmer geben, die den Strom zu Marktpreisen von wenigen Cent je Kilowattstunde abnehmen werden. Das Ganze ist deutlich schwieriger bei Windstromanagen, da diese häufig nicht direkt an eigenem Hausstromnetz angebunden sind. Hier bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, den Strom am Markt loszuwerden. Aber dieser wird sich neu entwickeln, weil es dann auf einmal viele auch kleinere Stromanbieter am Markt geben wird und man direkt zu einem Industriebetrieb beispielsweise seinen Strom verkaufen kann über langfristige Abnahmeverträge mit einer festgelegten Vergütung. Dies wird als PowerPurchaseAgreement (PPA) beschrieben und wird in anderen Ländern mit schlechterer öffentlicher Einspeisevergütung schon seit einigen Jahren eingesetzt. Damit können sich die Abnehmer gezielt „garantierten Ökostrom“ ins Haus holen. Auch Greenpeace hat solche PPA-Projekt schon in Schleswig-Holstein abgeschlossen als Abnehmer von in die Jahre gekommenen Bürgerwindparks. Hier werden aktuell Marktpreise von 3 bis 3,2 ct/kWh genannt. Wenn sich am Strommarkt direkt die Preise nach oben bewegen, ergeben sich naturgemäß höhere Spielräume, den selbsterzeugten Ökostrom am Markt loszuwerden.

(Quelle: Umweltbriefe S. 15)