tischler-news

Ausgabe 92

Verbandbuch gegen Datenschutz

09.09.2019

Verletzungen innerhalb der Arbeitszeit wie Schnittwunden oder Verstauchungen am Knöchel sollten in das Verbandbuch eingetragen werden. Die Eintragungen sind aus folgenden Gründen erforderlich:

  1. Versicherungsnachweis gegenüber der Berufsgenossenschaft, dass der Unfall tatsächlich innerhalb der Arbeitszeit erfolgte.
  2. Geht man davon aus, dass jedes „Pflaster“ inkl. Ausfallzeiten ca. 5 € kostet, muss es ein wirtschaftliches Interesse des Unternehmens sein, diese krankheitsbedingten kurzen Ausfallzeiten zu reduzieren.
  3. Bei wiederholten Unfällen besteht die Möglichkeit Maßnahmen zu überlegen, um vergleichbare Unfälle zu vermeiden.

In der Regel liegt das Verbandbuch als Liste aller Verletzungen (Vorlage siehe DGUV Information 204-020) bei dem Erste-Hilfe-Material und ist somit für jedermann einsehbar. Durch die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Mai 2018 ergeben sich vermehrt Rückfragen, ob diese Bücher mit Eintragungen unterschiedlicher Mitarbeiter und für alle sichtbar gemäß dem Datenschutz erlaubt ist. Wer sich allen Ärger ersparen will, der beschafft sich einen Meldeblock nach DGUV Information 204-021 als Abreißblock. Jede Eintragung wird vom Meldeblock abgerissen und der Geschäftsleitung oder Vorgesetzten unter Bewahrung des Datenschutzes (z.B. Ablage in der Personalakte) übergeben.

Nach der neuen Datenschutzgrundverordnung kann aber auch mit dem alten Verbandbuch als Liste weitergearbeitet werden. Sofern das Unternehmen zum Führen eines Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30 DSGVO verpflichtet ist, muss das Verbandbuch in das Verzeichnis mit aufgenommen werden. Außerdem müssen die betroffenen verletzten Personen über die Datenerhebung und die Verwendung der Daten im vorgesehenen Umfang informiert werden.

Meldeblock https://publikationen.dguv.de/dguv/udt_dguv_main.aspx?FDOCUID=25842