tischler-news

Ausgabe 91

Gifte in der Auslegware

05.08.2019

Umweltbriefe 02/2019 S. 13

Jedes Jahr fallen in Deutschland rund 400.000 Tonnen alte Teppichböden an. Die meisten werden verbrannt, da bislang ein bundesweites Sammelsystem fehlt, obwohl viele Teppich hochwertige Kunststoffe für ein stoffliches Recycling enthalten wie Polyester oder Polyamid. Weil Auslegware aber meist weich, fleckenresistent und farbig sein soll, wird sie chemisch behandelt und kann giftige Flammhemmer oder Weichmacher enthalten. Durch verschiedene Institute wurden in 12 von 15 in der EU hergestellten Teppichböden Phtalate (Weichmacher), chlorierte Flammschutzmittel oder perfluorierte Verbindungen gefunden, die allesamt als Umwelt- und Gesundheitsgifte eingestuft werden.

Bislang werden in Deutschland nur 3 Prozent der Teppichböden wieder recycelt. Firmen wie Interface oder Desso nehmen gebrauchte Ware wieder zurück und recyceln diese. Die Deutsche Umwelthilfe fordert vom Umweltministerium, eine entsprechende Produktverantwortung mit Rücknahmegarantie für alle Hersteller einzuführen, um eine funktionierende Kreislaufwirtschaft aufzubauen.

(Quelle: Umweltbriefe 02/2019 S. 13)