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Ausgabe 91

Radongefährdung in Wohngebäuden

08.07.2019

Handwerksblatt Nr. 4, 22.02.2019 S. 11

Mitte 2017 wurde ein neues Strahlenschutzgesetz in Deutschland veröffentlicht. Die darin enthaltenen Regelungen zum Thema Radon treten 2019 in Kraft. Damit gibt es einen Referenzwert für die Luftkonzentration von Radon in Wohnräumen und in an Arbeitsplätzen. Im Jahresmittel soll der Radonwert von 300 Becquerel pro m³ Luft nicht überschritten werden. Die Bundesländer müssen innerhalb der nächsten zwei Jahre sogenannte Radonvorsorgegebiete ausweisen, in denen mit erhöhten Radonwerten zu rechnen ist. Radon ist ein im Boden vorkommendes Edelgas, allerdings regional mit sehr unterschiedlicher Konzentration. In der Außenluft kann es aufgrund der starken Verdünnung nicht gefährlich werden. In Innenräumen hingegen kann die Konzentration hingegen kontinuierlich ansteigen, so dass Radon damit das Lungenkrebsrisiko deutlich erhöht. Voraussichtlich wird in NRW nur ein Prozent der Gemeinden als „radongefährdet“ eingestuft, in Sachsen wird der Anteil dagegen wesentlich höher liegen. In diesen Radonvorsorgegebieten wird es dann zusätzliche Bauvorschriften für Neubauten geben und ergänzende Messverpflichtungen für Arbeitgeber in Erd- und Untergeschossen. Sofern dann der Referenzwert überschritten wird, besteht die Pflicht zu einer Sanierung.

In den ausgewiesenen Gebieten ist mit einer großen Anzahl von Häusern zu rechnen, die erhöhte Radonkonzentrationen in der Raumluft aufweisen dürften. Diese Messungen müssen natürlich durch dafür anerkannte Messstellen durchgeführt werden. Eine eventuelle Sanierung wäre dann aber wieder Aufgabe der Bauhandwerker. Welche möglichen Sanierungsmaßnahmen wirken könnten, hat das Umweltministerium in Sachsen in einer Broschüre zu „Radonschutzmaßnahmen“ zusammengetragen. Dort werden Sofortmaßnahmen, Abdichtungs- und Lüftungsmaßnahmen näher beschrieben. Als Sofortmaßnahme wird angesehen, wenn man viel freie Lüftung in den Räumen schafft oder noch einfacher, die betroffenen Räume nicht mehr nutzt. In Die Handwerkskammer Leipzig bietet dafür auch schon das Weiterbildungsangebot zum „Radon-Fachperson“ an. Als effektivste Möglichkeit wird der sogenannte Radonbrunnen angesehen. Dieser kann allerdings nur beim Neubau als Schacht unter der Bodenplatte eingebaut werden. Dort hinein wird die radonhaltige Luft auf dem Erdreich mit einem Ventilator abgesaugt und durch eine Rohrleitung nach außen geleitet, so dass keine Anreicherung in den Innenräumen erfolgen kann.

www.radon.sachsen.de

(Quelle: Handwerksblatt Nr. 4,  22.02.2019 S. 11)