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Ausgabe 91

CO2-Senkenwirkung sinkt mit dem Alter der Wälder

10.06.2019

Holz-Zentralblatt Nr. 10 S. 223

Wälder gelten als wichtige Kohlenstoffsenken, um dem steigenden Kohlendioxidgehalt in der Erdatmosphäre entgegenzuwirken. Bislang ging man davon aus, dass dies durch die Fotosynthese der Blätter im Wesentlichen gesteuert wird. Dichte tropische Wälder in der Nähe des Äquators nehmen beispielsweise große Menschen an Kohlendioxid auf. Ein internationales Team aus Wissenschaftler/-innen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat nachweisen können, dass die Kohlenstoffsenkung bei jungen Wäldern wesentlich dynamischer verläuft als bei älteren Waldgebieten. Dieser Alterseffekt machte rund 25 % der CO2-Aufnahme der Wälder aus. Dies verdeutlicht die Bedeutung von Aufforstungsprogrammen vor allem in China, wenn diese jungen Wälder einen wichtigen Beitrag zur Kohlenstoffsenke leisten können.

Mit zunehmenden Alter der Wälder wird die Wirkung der CO2-Aufnahme deutlich geringer. Allerdings können neue Aufforstungen nur einen begrenzten Beitrag zur Kohlendioxid-Stabilisierung leisten. Ohne deutliche Reduzierung der erzeugten Treibhausgase aus Verkehr und Industrie wird sich kein Umkehrtrend ergeben. Hinzu kommt, dass in vielen Tropenländern vor die Entwaldung wieder zugenommen hat, von 2015 zu 2016 in Brasilien um 29 %, Kolumbien sogar um 44 % - trotz anderslautender Selbstverpflichtungen. Die alternative Nutzung für Soja, Ölpalmen oder Fleischproduktion verdrängt dort die Urwälder, wenn es nicht gelingt, diese zu schützen oder nachhaltig zu bewirtschaften.

(Quelle: Holz-Zentralblatt Nr. 10 S. 223)