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Ausgabe 91

HDH fordert harmonisierten Grenzwert bei Formaldehyd

08.07.2019

Holz-Zentralblatt Online 20.03.2019

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) fordert vom Umweltbundesamt (UBA) und der Politik, sich für die Einführung einer europaweit harmonisierten Emissionsklasse "E1/2" für Formaldehyd-Emissionen aus Holzwerkstoffen einzusetzen. Mit der DIN EN 16516 wird auf Initiative des UBA zum 1. Januar 2020 in Deutschland ein neues Referenzverfahren festgelegt, welches das aktuell in Europa gültige Referenzverfahren nach EN 717-1 bis Ende 2019 ablöst und faktisch eine Halbierung des Grenzwertes von 0,1 ppm auf 0,05 ppm bedeutet. In der Folge könnten unbeschichtete E1-Platten so nicht mehr eingesetzt werden und Möbel mit Emissionswerten zwischen 0,05 ppm und 0,1 ppm in Deutschland ab dem 1. Januar 2020 nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Durch diese Festlegung nehme Deutschland ab dem 1. Januar 2020 in der EU eine Sonderstellung ein, die im Widerspruch zu den Zielen des EU-Binnenmarktes stehe und eine eklatante Wettbewerbsverzerrung darstelle, da eine wirksame Marktaufsicht im Hinblick auf Importmöbel nicht gegeben sei. Das Umweltbundesamt argumentiert damit, dass die bisherige Prüfnorm EN 717-1 aus den 1980er Jahren stammt, als die Wohnbedingungen deutlich anders waren. Deshalb wollen Sie mir dem Prüfkammerverfahren eine Luftwechselrate von nur 0,5 bei einer Beladung von 1,8 m²/m³ umsetzen, da die bisherigen Erhebungen gezeigt haben, dass bei ca. 4 % der Haushalte der Formaldehydgrenzwert von 0,1 ppm nicht eingehalten wird.

(Quelle: Holz-Zentralblatt  Online 20.03.2019)