tischler-news

Ausgabe 90

Europäische Holzalternativen für Bleistifte

15.04.2019

Holztechnologie 06/2018 S. 39

Das wohl verbreitetste Holz für die Produkte von Blei- und Buntstiften ist das Holz der Weihrauchzeder, die aus Nordamerika importiert wird. Daneben kommen dafür auch Chinesische Linde und Gmelina aus Südamerika zum Einsatz. Die verwendeten Stifthölzer müssen einen geraden Faserverlauf, relativ fehlerfrei, geringe Dichteunterschiede zwischen Früh- und Spätholz und eine Dichte unter 500 kg/m³ aufweisen und natürlich müssen die Hölzer gut „spitzbar“ sein. Beim IHD ist man einer alten Idee nachgegangen, ob nicht auch Buche als Stiftholz eingesetzt werden kann. Dazu wurde das Holz mit einem Weißfäulepilz gezielt behandelt. Dieser baut vor allem die Hemicellulosen und das Lignin im Holz ab und reduziert so die Rohdichte der Buche auf weniger als 500 kg/m³. Danach wird das Holz mit einer Bienenwachsemulsion behandelt, was die Schmierwirkung während des Spitzvorgangs und den Zusammenhalt der Spitzspäne verbessert. Mit steigendem Einsatz des Pilzmittels wird naturgemäß die Festigkeit des Buchenholzes deutlich geringer. Die Härte wird durch die Imprägnierung leicht gesteigert und liegt im Bereich der bisher üblichen Weihrauchzeder. Für die „Spitzbarkeit“ ist entscheidend, dass die Stiftfassung im Gebrauch nicht bricht oder sich elastisch verformt, damit die Mine im Kern nicht bricht. Die Buche kann in dieser Behandlung hier durchaus als Ersatzholz für die Herstellung von Bund- und Bleistiften verwendet werden. Allerdings ist die größte Herausforderung die geeignete Dosierung und Dauer der Pilzbehandlung, damit das Holz nicht zu brüchig und unelastisch wird.

(Quelle: Holztechnologie 06/2018 S. 39)