tischler-news

Ausgabe 89

Keine Förderung mehr für Verstromung von Altholz

24.12.2018

Holz-Zentralblatt Nr. 38/18 S. 882

Mit Blick auf den bevorstehenden Novellierungsprozess des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) setzt sich der Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter (BAV) dafür ein, dass klimafreundliche Energie aus Altholz weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Energiewende bleibt. Sukzessive soll die Vergütung für die Einspeisung von Strom aus Biomasse im Zeitfenster ab 2020 bis 2026 nicht mehr gefördert werden. Neue Anlagen werden ab 2020 gar keine Zusatzvergütung für die Verstromung von Altholz mehr bekommen können. Hinzu kommt, dass wenn die Altholzverstromung nicht mehr als „Biomasse“ anerkannt wird, würden diese auch den Einspeisevorrang ins Netz verlieren. Dies dürfte zu einem direkten Verdrängungswettbewerb mit konventionellen Kraftwerken kommen und betrifft auch die Stromerzeugung aus dem Restholz der Fertigung von Holzprodukten.

Der BAV ist überzeugt, dass dann die Erzeugung von Strom und Wärme aus Altholz in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich sein dürfte. Deshalb plädiert der BAV auch weiterhin, für Altholz die bevorzugte Einspeisung ins das Stromnetz zu gewähren, da ansonsten wichtige CO2-Einsparpotentiale verloren gehen. In Deutschland fallen jährlich etwa 8 Mio. Tonnen Altholz – vor allem aus der Verpackungsindustrie, im Bau- und Abbruchbereich. In Abhängigkeit von den Schadstoffgehalten können Altholzhackschnitzel entweder zur Herstellung von Spanplatten oder zur Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt werden. Da im Kreislaufwirtschaftsgesetz inzwischen das stoffliche Recycling – also die Verwendung von Altholz in der Spanplattenproduktion – gegenüber der thermischen Verwertung eindeutig bevorzugt wird, kann dies insgesamt auch für die Einspeisung von Altholz-Strom ins Netz sich nachteilig auswirken.

Nach Angaben des BAV werden aber durch Energieerzeugung aus Altholz ca. d6 – 8 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr vermieden. Zudem haben die Altholzwerke den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenkraft grundlastfähig sind und insgesamt für Deutschland eine wichtige Entsorgungsfunktion übernehmen. Andernfalls steigt das Risiko, dass über das stoffliche Recycling von Altholz verstärkt Schadstoffe in die Spanplattenfertigung eingebracht werden.

(Quelle: Holz-Zentralblatt Nr. 38/18 S. 882)